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« Muss der Bürger auch nur einen Augenblick,
auch nur
ein wenig, sein Gewissen dem Gesetzgeber überlassen? Wozu hat denn
jeder Mensch ein Gewissen? Ich finde wir sollten erst Menschen sein,
und danach Untertanen. Man sollte nicht den Respekt vor dem Gesetz
pflegen, sondern vor der Gerechtigkeit. Nur eine einzige Verpflichtung
bin ich berechtigt einzugehen, und das ist, jederzeit zu tun, was mir
recht erscheint. Man sagt, dass vereinte Masse kein Gewissen hat
und
das ist wahr genug; gewissenhafte Menschen aber verbinden sich zu
einer Vereinigung mit Gewissen. Das Gesetz hat die Menschen nicht um
ein Jota gerechter gemacht; gerade durch ihren Respekt vor ihm werden
auch die Wohlgesinnten jeden Tag zu Handlangern des Unrechts.»
Henry David Thoreau, Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den
Staat, 1849
Jochen Stay: Ziviler
Ungehorsam als Großaktion - Eine Aktionsform auf ihrem Weg von der
Friedensbewegung zur Anti-Atom-Bewegung und zurück.
Dieter Rucht: Recht auf
Widerstand? - Aktualität, Legitimität und Grenzen "zivilen
Ungehorsams"
Text von Heidi Klein: Warum
ist Ziviler Ungehorsam in Rechtsstaaten unter bestimmten Umständen
legitim?
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