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Warum überhaupt Aktionstrainings?

Wie verhalte ich mich bei einer Räumung? Was, wenn die Polizei den Ort, an dem wir unsere Aktion durchführen wollen, abgesperrt hat? Welches Verhalten kann welche rechtlichen Folgen haben? Wie verhalten wir uns, wenn die Polizei gegen die AktionsteilnehmerInnen mit Gewalt vorgeht? Welche Rechte habe ich bei einer Festnahme? Wie können wir als Aktionsgruppe schnell Entscheidungen treffen?

Die Antworten auf diese Fragen werden niemandem von uns in die Wiege gelegt, sie werden nicht in der Schule gelehrt, und auch im normalen Alltag kommen sie kaum vor. Selbst diejenigen, die schon an vielen gewaltfreien Aktionen teilgenommen haben, müssen sie immer wieder neu beantworten, weil jede Aktion, jede Aktionsgruppe wieder anders ist.

Trainings für gewaltfreie Aktion bieten eine Möglichkeit, sich mit diesen Fragen gemeinsam auseinanderzusetzen.
Trainerinnen und Trainer schaffen dabei einen Rahmen, in dem die TeilnehmerInnen in Gesprächen, Rollenspielen und Übungen ihre eigenen Antworten finden und miteinander Vereinbarungen treffen können.

Im Vorfeld von großen resist-Aktionen organisieren wir Aktionstrainings für alle interessierten AktionsteilnehmerInnen. Dabei ist allerdings die Zeit oft knapp. Eine gründlichere Vorbereitung ist möglich, wenn sich Gruppen schon im Vorfeld einen Tag oder ein Wochenende für ein Aktionstraining Zeit nehmen. Dabei können die TrainerInnen und Trainer auch sehr viel besser auf die speziellen Bedürfnisse und Wünsche der jeweiligen Gruppe eingehen.

 

 

 

Unterstützung bei der Organisation von dezentralen Trainings    

Wenn ihr bei euch in der Region ein Training für resist-Aktionen durchführen wollt und dazu Unterstützung braucht, wendet euch an training@resistthewar.de oder Tel. 04231 957 543. Wir überlegen dann mit euch, was die genauen Themen sein sollen, wer dazu eingeladen werden soll, wann und wo es stattfinden soll und wie es finanziert wird. Auf Wunsch vermitteln wir euch TrainerInnen.

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Inhalte von Aktionstrainings

- Kennenlernen und Vertrauen schaffen
- Wie können wir als Aktionsgruppe schnell Entscheidungen treffen?
- Was bedeutet "Gewaltfreiheit" für uns konkret?
- Deeskalierendes Verhalten in Gewaltsituationen
- Was tun bei Räumung?
- Welche Rechte habe ich bei einer Festnahme? Welches Verhalten kann welche    juristischen Folgen haben?
- Aktionsstrategien

Kennenlernen und Vertrauen schaffen
Eine Gruppe, deren Mitglieder sich gut kennen, bietet den einzelnen mehr Sicherheit. Sie können in der Aktion gut aufeinander achten und einander Rückhalt geben. Deshalb enthalten Aktionstrainings oft eine Zeit, in der sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in kleinen Bezugsgruppen über ihre Motivation zur Teilnahme, ihre Ängste und persönlichen Grenzen, ihre Kraftquellen und Wünsche aneinander austauschen.

Wie können wir als Aktionsgruppe schnell Entscheidungen treffen?

In einer gewaltfreien Aktion sollen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit haben, das Geschehen gemeinsam zu bestimmen. Weder eine Mehrheit, noch dominante Einzelpersonen oder Gruppen sollen die Entscheidungen treffen, sondern alle gemeinsam. In Aktionstrainings stellen die TrainerInnen Modelle zur Entscheidungsfindung im Konsensverfahren vor. Damit es im Ernstfall auch wirklich schnell klappt, können Gruppen die Konsensfindung im Rollenspiel ausprobieren.
Wenn viele hundert oder tausend Menschen miteinander Entscheidungen treffen wollen, können sie nicht alle direkt miteinander reden. Bei resist treffen wir Entscheidungen, die alle betreffen, über den SprecherInnenrat. Das ist ein Gremium, in dem alle Bezugsgruppen mit ihrem Sprecher oder ihrer Sprecherin vertreten sind. Wie ein solches Verfahren gut funktionieren kann, wird auch in Aktionstrainings erklärt.

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Was bedeutet "Gewaltfreiheit" für uns konkret?

Für manche ist es der Verzicht auf Gewalt in einer konkreten Situation, für andere eine grundsätzliche Lebenshaltung; für die einen schließt es die Zerstörung von Sachen aus, für andere kann es unter bestimmten Bedingungen Teil gewaltfreier Aktion sein, z.B. militärische Geräte zu zerstören. eine allgemeingültige Definition von Gewaltfreiheit gibt es nicht. trotzdem oder gerade deshalb kann es sehr fruchtbar sein, wenn sich AktionsteilnehmerInnen vor einer Aktion darüber austauschen. was für sie Gewaltfreiheit bedeutet. Das kann der Gruppe Kraftquellen erschließen und zu mehr Klarheit verhelfen; es kann auch zu konkreten Vereinbarungen für den Ablauf der Aktion führen.

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Deeskalierendes Verhalten in Gewaltsituationen

Eine gewaltfreie direkte Aktion ist ein symbolischer, oft auch ein konkreter Eingriff in ein Unrecht. Wir suchen Orte des Unrechts auf, wir setzen uns dem Unrecht in den Weg, wir machen es sichtbar. Wir gehen dabei ganz bewusst eine Konfrontation ein mit denen, die das Unrecht stützen. Auch wenn wir dabei gewaltfrei Vorgehen - meist haben wir es mit Menschen und Strukturen zu tun, die sich nicht auf Gewaltfreiheit festgelegt haben. Das können bei Aktionen gegen den Krieg die Polizei, das Militär, zivile Beschäftigte von Militäreinrichtungen, Passantinnen etc. sein. Zur Vorbereitung einer gewaltfreien Aktion gehört es deshalb auch, sich darauf vorzubereiten, mit den möglichen Reaktionen anderer, ja selbst mit gezielten Eskalationen und Provokationen gewaltfrei umzugehen. Im Training können wir wahrscheinliche Szenarien durchspielen und Möglichkeiten deeskalierenden, gewaltfreien Verhaltens einüben. Als Einzelne können wir im Rollenspiel erfahren, wo unsere Möglichkeiten und Grenzen sind, und dementsprechend den für uns passenden Platz in der Aktion wählen. Als Gruppe können wir Vereinbarungen treffen, wie wir uns in bedrohlichen Situationen verhalten wollen.

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Was tun bei Räumung?

Sich vor einer militärischen Einrichtung auf die Straße zu setzen, ist ein sehr einfaches und deutliches Symbol. Aber wie geht es weiter, wenn die Polizei eine Blockade räumt? Soll ich aufstehen oder sitzenbleiben? Welche Auswirkungen hat es, wenn ich mich bei andern unterhaken? Welche Haltung nehme ich am besten beim Sitzen ein? Wie reagiere ich, wenn mir jemand weh tut? Im Aktionstraining werden hierzu Erfahrungen ausgetauscht, und alle können einmal ausprobieren, wie es ist sich, auf die eine oder andere Weise wegtragen zu lassen. Da dabei immer auch jemand die PolizeistInnen spielen muss, bieten diese Übungen auch Gelegenheit, zu erfahren, was die verschiedenen Verhaltensweisen auf der anderen Seite für Gefühle und Reaktionen auslösen können.

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Welche Rechte habe ich bei einer Festnahme? Welches Verhalten kann welche juristischen Folgen haben?

Ein Aktionstraining bietet auch Gelegenheit, die wichtigsten juristischen Fragen zu beantworten.

Informationen hierüber finden sich z.B. auch bei X1000mal quer oder der Roten Hilfe.

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Aktionsstrategien

Was ist, wenn die Polizei den Ort abgesperrt hat, an dem die Blockade stattfinden soll? Wie kann man eine Polizeikette gewaltfrei durchfließen? Wo ist der beste Ort für eine Aktion? Was ist zu berücksichtigen, damit die Aktion ein Erfolg wird?
Solche Dinge müssen im Vorfeld einer Aktion überlegt und evtl. im Rollenspiel ausprobiert werden. Dabei können die Erfahrungen aus dem Rollenspiel eine wichtige Entscheidungsgrundlage dafür bieten, wie die Strategie in der realen Aktion aussehen soll.

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Weitergehende Trainingsangebote

Für feste Gruppen kann es auch interessant sein, über ein reines Aktionstraining hinaus zu anderen Themen miteinander zu arbeiten. Wir können euch TrainerInnen vermitteln, die mit euch z.B. zu den folgenden Themen arbeiten:

- Gruppenbildung, Kennenlernen, Festigung der Gruppe
- Konstruktiver Umgang mit Konflikten in der Gruppe
- Gruppendynamik, Rollen und Funktionen in der Gruppe
- Umgang mit Macht und Hierarchie innerhalb der Gruppe
- Geschlechterrollen
- Zusammenarbeit von Menschen verschiedener kultureller, politischer oder sozialer   Hintergründe
- Ressourcenplanung, Strategien zur Vermeidung von Stress und Frust

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